MARKTMONITOR IMMOBILIEN

Vorwort

Die Immobilienbranche wurde im Jahr 2015 durch zwei Entscheidungen geprägt. Die Mietpreisbremse begrenzte für Vermieter die Möglichkeit, Mieten bei Neuvermietungen anzuheben. Gleichzeitig setzte die Bundesregierung auch das Bestellerprinzip durch. Das Gesetz legt fest, dass bei der Vermittlung von Mietverträgen derjenige die Provision zahlen muss, der die Leistung in Auftrag gegeben hat. Auftraggeber können dabei sowohl Mieter als auch Vermieter sein, wobei der Mieter nur dann die Provision bezahlen muss, wenn der Makler speziell für ihn sucht und ihm nicht eine Wohnung aus seinem Bestand anbietet.
Beide Gesetze gelten seit dem 1. Juni 2015, die Mietpreisbremse muss allerdings von den jeweiligen Landesregierungen regional in Kraft gesetzt werden. Das Bestellerprinzip ist allgemeingültig. Während die Auswirkungen der Mietpreisbremse bereits mehrfach untersucht wurden, blieb das Bestellerprinzip oftmals unbeobachtet. Ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes ist ein guter Zeitpunkt, dies zu ändern und Forschungsergebnisse zu präsentieren.
Das Gesetz war zum Zeitpunkt der Einführung umstritten und auch ein Jahr danach hält sich die Begeisterung bei vielen Immobilienprofis in Grenzen. Der Grund: Das Bestellerprinzip sei nicht praxistauglich und nicht marktwirtschaftlich.

Aufgrund der hohen Marktrelevanz sowie der durchaus divergierenden Beurteilungen des Gesetzes behandelt der erste Teil des MARKTMONITOR IMMOBILIEN mit dem Bestellerprinzip.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem bewährten Thema Energie & Umwelt, das gerade auch in der Langzeitbeobachtung an Aussagekraft gewinnt.

Der dritte Teil widmet sich dem Sachkundenachweis, den die Regierungskoalition in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt hat.